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Herausgeber: Landesarchiv Berlin
Edition Gauglitz Faksimile 2003
Einführungstext: Andreas Matschenz
Mappe mit 44 Kartenblättern
Maßstab 1 : 4 000, 50 x 41 cm, Kartenbild 40 x 30 cm
"Netzplan", Deckblatt und Begleitheft,
ISBN 3-933502-15-2
Preis: 98,- EUR
Das Kartenwerk im Maßstab 1 : 4000 deckt das gesamte damalige Berliner
Stadtgebiet ab, vergleichbar mit den heutigen Innenstadtbezirken Mitte,
Tiergarten, Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg.
Auf dem ebenfalls reproduzierten "Netzplan" wird Berlin im Maßstab 1 :
26 500 gezeigt. Ein darüber gelegtes Raster zeigt den Blattschnitt, also
die Einteilung des Kartenwerks und welche Fläche dessen 44 einzelne
Blätter abdecken (In der Regel ein Gebiet von 1,6 mal 1,2 km).
Der zeitgenössisch nicht unübliche Titel "Übersichtsplan" kann aus
heutiger Perspektive nur als Understatement interpretiert werden. Auf den
44 Blättern, ab ca. 1885 vom Verlag zum Verkauf annonciert, findet sich
eine erstaunliche Informationsfülle. Auf der Grundlage der 1876
eingeleiteten hochqualifizierten Neuvermessung der Stadt produziert,
finden sich maßstabsgetreu die Grundrisse der Gebäude mit Erkern, Höfen
und Nebengebäuden, die Straßen- und Baufluchten, Gleisanlagen der
Verkehrsträger, Wegenetze der Parkanlagen, Bebauungsplanungen und vieles
mehr im Mehrfarbendruck dargestellt. Trotz der Informationsfülle gelang
den Autoren eine hervorragende Übersichtlichkeit und ein ästhetisches wie
kartographisch überzeugendes Kleinod. Der "Übersichtsplan" bietet
angesichts des großen Maßstabs eine interessante Vergleichsfolie für den
heutigen Stadtgrundriss. Er macht die enorme Bebauungsdichte Berlins seit
der Gründerzeit deutlich und damit auch die dramatischen Verluste in der
Bausubstanz durch die Bombardements des 2. Weltkriegs aber auch durch die
Stadtplanung nach dem Kriegsende in beiden Teilen Berlins. Die
hintersinnige Mahnung Heinz Knoblochs "Misstraut den Grünanlagen" wird
bei dem Studium des Kartenwerks anschaulich und nachvollziehbar.
Andreas Matschenz, Leiter der Kartenabteilung des Landesarchivs
Berlin, vermittelt in dem Begleitheft Informationen zur wechselvollen
Geschichte des Verlags Julius Straube. Gegründet 1858, gehörte er zu den
produktivsten kartographischen Unternehmen Berlins, insbesondere in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Autor bietet einen
bibliographischen Überblick zu der vielfältigen Produktpalette sowie eine
kurze Einführung zur Entstehung des faksimilierten Kartenwerks und seinen
Besonderheiten. (Edition Gauglitz)
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